Drei Fragen an:
Joachim H. Faust (Geschäftsführer HPP Architekten)

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Dreischeibenhaus, Düsseldorf (Architektur: Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg)
© Copyright: Momeni Gruppe

Das Dreischeibenhaus in Düsseldorf gilt als eine internationale Ikone der modernen Architektur. Mit einer preisgekrönten Modernisierung machten HPP Architekten den Bürobau wieder fit für die Zukunft. Drei Fragen an Joachim H. Faust, Geschäftsführer von HPP, zum maßvollen Umgang mit bestehender Bausubstanz.

Gleiss Lutz Düsseldorf
Dreischeibenhaus, Düsseldorf (Architektur: Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg)
© HPP Architekten/HG Esch

Joachim H. Faust, das Dreischeibenhaus in Düsseldorf, das in den 1950er-Jahren von Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg geplant wurde, gehört zu den Architekturikonen der deutschen Nachkriegsmoderne. Was macht das Gebäude so besonders?

Das sind vor allem die drei namensgebenden und klar ablesbaren Scheiben sowie das sehr schlanke Höhe-zu-Breite-Verhältnis der Stirnseiten von elf zu eins. Nach amerikanischem Vorbild handelt es sich zudem um eine Stahlskelettkonstruktion mit Curtain-Wall-Fassade, die 1960 in Deutschland alles andere als Standard war.

Gleiss Lutz Düsseldorf
Dreischeibenhaus, Düsseldorf (Architektur: Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg)
© HPP Architekten/HG Esch

Das denkmalgeschützte Dreischeibenhaus wurde von Ihrem Büro HPP umfangreich revitalisiert. Welche spezifischen Herausforderungen gab es bei der Modernisierung?

Die grundsätzliche Aufgabe bestand zunächst darin, das Haus fit für ein zweites Leben zu machen. Das beinhaltete die Umwandlung von einer Single- zur Multi-Tenant-Immobilie und die daraus resultierenden Anforderungen an Erschließung und Brandschutz. Für die energetische Ertüchtigung der denkmalgeschützten Fassade wurde in den Bürobereichen geschossweise eine Primärfassade mit zu öffnenden Fenstern von innen eingesetzt. Die äußeren Proportionen und das Erscheinungsbild konnten so erhalten werden.

Gleiss Lutz Düsseldorf
Dreischeibenhaus, Düsseldorf (Architektur: Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg)
© HPP Architekten/HG Esch

Wie beurteilen Sie die aktuellen Entwicklungen bei der Modernisierung bestehender  Büroarchitektur und worin sehen Sie die besonderen Herausforderungen für die Zukunft?

Wir halten seit jeher einem der Leitsätze unseres Bürogründers die Treue und das ist die Integrität von Material und Detail. Gute, sorgfältig geplante Details haben einen nachhaltigen Effekt auf das Erscheinungsbild eines Gebäudes. Natürlich auch bei Sanierungen und Konversionen, die künftig eine noch wichtigere Rolle spielen werden. Schließlich besteht die tatsächliche Nachhaltigkeit solcher Projekte – neben der energieeffizienten Ertüchtigung – im Bewahren des Bestehenden, insbesondere bei denkmalgeschützten Objekten. Auch das Raumerlebnis, zu Gunsten der Flächenausnutzung häufig rationalisiert, ist wieder mehr gefragt. „Raumerlebnis statt Flächenmaximierung“ – für uns ein positiver Trend!

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Joachim H. Faust, Geschäftsführer HPP Architekten
© HPP Architekten

Joachim H. Faust wurde 1954 in Mainz geboren und studierte an der TU Berlin sowie der RWTH Aachen Architektur. Ein Stipendium brachte ihn in den 1980er-Jahren nach Amerika, wo er zudem seinen Master of Architecture an der A&M University in Texas erlangte. Nach Stationen bei SOM und KPF kam er 1987 zu HPP, wo er zunächst das Frankfurter Büro leitete, ab 1994 als Kommanditist. Seit 1997 ist Joachim H. Faust in der Gesamtleitung des Büros.

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