Die Wissenschaft vom Sitzen

Zu Forschungen der ETH Zürich und Innovationen von Vitra

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Der Mensch hat einen natürlichen Bewegungsdrang – auch im Sitzen. Eine Studie der ETH Zürich zeigt: Ein Bürostuhl soll im Idealfall nicht nur Bewegungsfreiheit bieten, sondern ein dynamisches Bewegungssitzen fördern. Vor diesem Hintergrund hat Vitra die FlowMotion-Mechanik entwickelt. 

Das Institut für Biomechanik der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) erforscht seit mehreren Jahrzehnten den menschlichen Bewegungsapparat. Etwa zur selben Zeit wie die ETH in Zürich startete Vitra im 80 Kilometer entfernten Birsfelden eigene innovative Forschungen im Bereich der Ergonomie, experimentierte mit Materialien und Technologie. Im Zentrum der Untersuchungen steht dabei der Bürostuhl als wichtiges Möbelstück am Arbeitsplatz. Jahr für Jahr brachte Vitra neue Entwicklungen auf den Markt, von der ersten Synchronmechanik im „Vitramat“ 1976 über den „T-Chair“ mit torsoförmiger Rückenlehne oder den Headline, der den Kopf bei zurückgelehnter Arbeitsposition stützt. Den vorläufigen Höhepunkt schaffte Vitra zusammen mit dem Designer Antonio Citterio 2010 mit dem „ID Chair Concept“, einem hochgradig individualisierten Stuhlsystem mit einer neuentwickelten FlowMotion-Mechanik. 2012 wurde das System ergänzt um den „ID Air“ und die gewichtsabhängige Mechanik „Promatic“.

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Dynamisches Sitzen, wie abwechslungsweise nach vorne und hinten zu lehnen, fördert das körperliche Wohlbefinden bei der Arbeit. Im Bild: Das Citizen Office von Vitra

Die FlowMotion-Mechanik
Bereits 2010 führte die ETH eine wissenschaftliche Studie durch, um den Nutzen von Vitras „ID Chair“ mit FlowMotion-Mechanik für die Gesundheit zu untersuchen. Da der Mensch im Büroalltag lange sitzt und sich daraus unterschiedliche Probleme wie Nackenverspannung oder Rückenbeschwerden ableiten lassen, untersuchte die ETH Bürostühle und verschiedene Sitzkonzepte. Die Position der Wirbelsäule wurde dabei in einem offenen Magnetresonanz-Tomographen bestimmt. Über Druckmatten im Stuhl konnten verschiedene Polsterschäume verglichen werden, über spezielle Sensoren und Fragebögen wurde das Sitzverhalten erfasst. Das Kernergebnis der Studie: Man fand heraus, dass nach vorn geneigte Bewegungen eines Stuhls die Bauchmuskulatur sowie den sogenannten „Erector spinae“, der die Wirbelsäule aufrichtet, aktiviert.

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Bürostühle des Systems „ID Chair Concept“ von Vitra

Dynamisches Sitzen
Der Mensch hat einen natürlichen Bewegungsdrang, und wenn ein Stuhl viele Bewegungsmöglichkeiten bietet, werden diese nachweisbar auch genutzt – indem wir dynamisch sitzen, uns nach vorn und hinten lehnen. Aus dieser Überlegung heraus entstand die FlowMotion-Mechanik. Mit zahlreichen Einstellmöglichkeit ausgestattet, bildet die FlowMotion-Mechanik die Basis eines jeden „ID Chair“. Die neueste Entwicklung dabei ist die „Promatic“, die die Bewegungen des Stuhls automatisch an das Gewicht des Benutzers anpasst. Dynamisches Sitzen und der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen sind das Beste, was man für seinen Körper während eines Büro-Arbeitstages tun kann.

www.vitra.com

www.biomech.ethz.ch

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